Die Zahl der Herzinfarkte in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Gleichzeitig warnen Fachleute jedoch vor einem Anstieg wichtiger Risikofaktoren wie Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck.
Deutlicher Rückgang seit 2017
Im Jahr 2024 wurden in deutschen Krankenhäusern rund 185.400 Herzinfarkte registriert. Das entspricht etwa 320 Fällen pro 100.000 Personen ab 30 Jahren. Zum Vergleich: 2017 lag die Zahl noch bei rund 215.600 Fällen. Damit ist die Zahl der Herzinfarkte innerhalb von sieben Jahren um etwa 14 Prozent gesunken.
Als mögliche Gründe nennt das WIdO unter anderem:
- weniger Rauchen,
- mehr Gesundheitsbewusstsein,
- und eine bessere Behandlung von Risikofaktoren.
Diabetes und Bluthochdruck nehmen zu
Trotz des positiven Trends gibt es auch besorgniserregende Entwicklungen. Die Zahl der Menschen mit Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck ist weiter gestiegen – beides wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Entwicklung seit 2017:
- Diabetes Typ 2: von 10,6 % auf 11,2 %
- Bluthochdruck: von 28,8 % auf 29,9 %
Fachleute betonen deshalb, wie wichtig ein gesunder Lebensstil bleibt. Dazu gehören:
- regelmäßige Bewegung,
- ausgewogene Ernährung,
- Rauchverzicht,
- und Vorsorgeuntersuchungen.
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Die Daten zeigen außerdem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Männer sind in allen Altersgruppen häufiger von Herzinfarkten betroffen als Frauen.
Besonders auffällig:
Bei den 85- bis 89-Jährigen lag die Herzinfarkt-Rate bei Männern bei 1.240 Fällen pro 100.000 Personen, bei Frauen dagegen bei 720 Fällen.
Ein Grund könnte sein, dass Herzinfarkte bei Frauen oft später erkannt werden, da die Symptome häufig anders auftreten als bei Männern.
Regionale Unterschiede in Deutschland
Auch zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede:
- Thüringen weist die höchste Herzinfarkt-Rate auf.
- Hamburg liegt deutlich darunter.
Nach statistischer Bereinigung liegt allerdings Bremen an der Spitze, während Sachsen die niedrigsten Werte zeigt.
Gesundheitsatlas liefert wichtige Daten
Der Gesundheitsatlas Deutschland stellt aktuelle Daten zu insgesamt 26 Erkrankungen bis auf Landkreis-Ebene bereit. Die Informationen basieren auf Daten von mehr als 27 Millionen AOK-Versicherten und helfen dabei, gesundheitliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Präventionsmaßnahmen gezielt zu planen.
Fazit
Die sinkende Zahl der Herzinfarkte ist eine positive Entwicklung. Gleichzeitig zeigen die steigenden Zahlen bei Diabetes und Bluthochdruck, dass Prävention weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Ein gesunder Lebensstil bleibt der beste Schutz für Herz und Kreislauf.
Zitiert nach einer Pressemitteilung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) vom 13.05.2026, veröffentlicht auf dem Männergesundheitsportal: https://www.maennergesundheitsportal.de/aktuelles/aktuelle-meldungen/positiver-trend-gesundheitsatlas-zeigt-rueckgang-bei-herzinfarkten/
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